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Bauleistungsversicherungen

Durch außergewöhnliche Witterungsereignisse wird der noch nicht fertig gestellte Neubau einer Kläranlage erheblich beschädigt, wer zahlt?

Die Bauleistungsversicherung schützt Bauunternehmer und Bauherren vor Schäden, die während der Bauzeit unvorhersehbar eingetreten sind. Insbesondere Schäden, die durch höhere Gewalt (Hochwasser, Sturm) verusacht werden, sind mitversichert. Aber auch Schäden durch Vandalismus, unbekannte Eigenschaften des Baugrundes, Konstruktions- und Materialfehler und ähnliches sind versichert.

Eine Bauleistungsversicherung, die der Bauherr selbst für das gesamte Bauvorhaben abschließt, übernimmt den Schaden. Sie ist kostenneutral, da die Bauleistungsversicherung in der Ausschreibung bereits mit berücksichtigt wird und auf die verschiedenen Gewerke umgelegt werden kann.

Der Bauunternehmer kann erst nach Abnahme seines Werkes durch den Bauherrn Vergütung von diesem verlangen. Wird eine Bauwerk durch ein unvorhersehbares Ereignis beschädigt, muss der Bauunternehmer neu bauen und erhält vom Bauherrn erst bei Abnahme das vereinbarte Entgelt. Wenn eine Bauleistungsversicherung besteht,kann der Bauunternehmer für diese abermalige Leistung Ersatz erhalten.

Einige Beispiele aus unserer Schadenpraxis:

Von Unbekannten wurde die Steinzeugleitung NW 200, die im Zuge einer Ortskanalisation verlegt worden war, zerstört. Außerdem wurden größere Gesteinsbrocken in bereits fertiggestellte Schächte geworfen, Schachtringe abgebaut und in die Rohrgräben gerollt sowie gelagertes Baumaterial zerstört. Schaden ca. 5.000 €.

Durch einen heftigen Regenschauer wurde bei einer Erschließungsmaßnahme für ein Neubaugebiet im Bereich der verlegten Kanalleitungen die Grabenverfüllung zum Teil bis auf den Rohrscheitel der verlegten Betonleitung ausgespült. Innerhalb einer Stunde fielen knapp 40 l/m² Niederschlag. Eine derartige Regenmenge war in dem betreffenden Monat und Gebiet als höhere Gewalt einzustufen. Die ausführende Baufirma hatte lt. Bauvertrag das Auftraggeberrisiko (VOB Teil B § 7) übernommen. Da die Klausel 64 zu den ABU (Einschluß der Auftraggeberschäden) lt. Versicherungsvertrag mitvereinbart war, erfolgte die Regulierung des Schadens. Die Kosten für die Wiederherstellung der Bauleistung betrugen 9.000 €.

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